Das Dramatiker|innenfestival 2026 findet von 26. - 31. Mai statt!
Von der Unabgeschlossenheit des Theaters und der Demokratie
Es braucht mehr Demokratie in der Demokratie, denn auch in demokratischen Gesellschaften werden Menschen ausgeschlossen. Und das von Beginn an: In der griechischen Polis waren es Frauen und Sklav:innen, und auch heute noch bestimmen Geschlecht und Klasse, Herkunft und Staatsbürgerschaft, wer dazugehört. Das durch Ausschlüsse produzierte Außen ist aber ein konstitutives Element des Politischen, indem es die Unabgeschlossenheit und radikale Offenheit jeder sozialen und politischen Ordnung verbürgt.
Was passiert, wenn man wie in unserem Festival - Demokratie von den Ausgeschlossenen her denkt? Das stört zwar die Illusion der Harmonie, wirkt aber demokratisierend. Es fordert heraus, sich dem/den Anderen zu öffnen, eigene Positionen zu befragen, Neues auszuprobieren, die damit verbundenen Vorgänge zu reflektieren, Handlungen immer wieder zu revidieren. Es entsteht eine experimentelle Praxis, die alle mit ihren Interessen und Ansprüchen miteinbezieht, es entsteht eine Form des Zusammenlebens, der gemeinsamen und geteilten Erfahrung. Demokratie ist nicht nur die demokratisch legitimierte Herrschaft, Gesellschaft wird gemeinsam gestaltet. Das ist ein Ziel, das wir immer nur in Annäherungen erreichen können. Dennoch: Demokratie muss stets erneut gewagt werden.
Das Festival öffnet Räume, in denen dazu eingeladen wird, gemeinsam zu sprechen und zu handeln in denen Theater als Erscheinungsraum der Freiheit (Hannah Arendt) erfahrbar wird.
